| 1885 | 3.5 : 4.5 | WD Borbeck 1 | 1987 | ||
|---|---|---|---|---|---|
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1
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2120
|
0.5 – 0.5
|
2062
|
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|
2
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2005
|
0 – 1
|
2058
|
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|
3
|
1940
|
0.5 – 0.5
|
2012
|
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|
4
|
1926
|
0 – 1
|
1998
|
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|
5
|
1809
|
0.5 – 0.5
|
2007
|
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|
6
|
1792
|
1 – 0
|
1897
|
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7
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1738
|
0 – 1
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1877
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|
8
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1753
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1 – 0
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Bericht von Marcel Quast
Vorletzten Sonntag fand unser Heimspiel in Essen statt, da unser Spiellokal anderweitig belegt war. Danke an unsere Gegner, dass wir bei ihnen spielen konnten. Leider fuhren wir am Ende mit null Punkten nach Hause.
Volker missglückte die Eröffnung und er verlor früh seine Partie. Von Yannis' Partie bekam ich bis auf ein Remisangebot nicht viel mit. Nachdem er mich wie üblich benachrichtigte, gab es instantan Proteste der Borbecker, bevor ich überhaupt etwas sagen konnte, denn nach Ansicht unserer Gegner war es nicht erlaubt, den Mannschaftsführer zu fragen. Ich kannte es immer nur anders (der Mannschaftsführer darf gefragt werden, aber natürlich nicht das entsprechende Brett anschauen) und war etwas verwundert. Da wir die Frage schlussendlich nicht klären konnten und ich meistens eh sage, dass sie selbst entscheiden sollen, tat ich es auch hier. Später meinte ein von unserem Gegner telefonisch zur Rate gezogener Schiedsrichter, dass ich als Mannschaftsführer hätte gerügt werden müssen. Inzwischen habe ich unseren Staffelleiter angeschrieben und interessanterweise die Antwort erhalten, dass es rechtens ist, den Mannschaftsführer zu befragen. Jedenfalls nahm Yannis das Remisangebot an.
Jürgen hätte bei heterogenen Rochaden möglicherweise etwas Angriff erhalten können, allerdings war es dann sein Gegner, der im Angriff gewann. Uli bildete in der Eröffnung einen Freibauern, der sich im weiteren Verlauf als stark herausstellen sollte. Nachdem sein Gegner ungünstig weiterspielte, wurden aus dem einzelnen zwei verbundene Freibauern und ein voller Punkt. Bernd stand eigentlich optisch besser, ließ seinen Gegner aber nach und nach weiter ins Spiel kommen, bis dieser einen Angriff mit Turm und Läufer startete und dank eines Ablenkungsschachs mattsetzen konnte. Felix stand auch besser bis gewonnen, sein Gegner verteidigte sich allerdings vehement, bis nur noch zwei Türme auf Seiten Felix' gegen Turm Läufer und Bauer auf der anderen übrig blieben. Dies reichte nun nicht mehr zum Sieg. Im Gegensatz dazu musste ich um die Punkteteilung kämpfen. Nachdem ich in der Eröffnung zunächst ungünstig spielte und später eigentlich schon dachte, den Druck abgeschüttelt zu haben, zog mein Gegner die Schrauben noch einmal enger an. Allerdings konnte ich dann in der Folge in ein Turmendspiel mit einem Bauern weniger abwickeln, das leicht remis zu halten war.
Bei Klaus' Partie zeigte sich die Problematik, wenn ohne Schiedsrichter gespielt wird. Die beiden längsten Partien (Felix' und meine) wurden von beiden Mannschaftsführern gespielt, die beide auch wenig Zeit auf der Uhr hatten. So konnten wir bei einem Streitfall nur bedingt eingreifen. Zunachst gewann Klaus eine Qualität, die später in eine Mehrfigur umgewandelt wurde, wobei die Verwertung noch etwas Technik bedurfte. In der Folge ließ Klaus eine dreimalige Stellungswiederholung zu, doch anstatt korrekt zu reklamieren, spielte sein Gegner den entscheidenden Zug mit dem Kommentar, dass es remis sei, und drückte die Uhr. Danach spielte Klaus weiter und machte einen anderen Zug. So berichtete mir Klaus hinterher das Geschehen, denn ich bekam das nicht direkt mit, sondern nur die Diskussionen danach. Denn nach Hilfegesuchen von Klaus' Gegner und Eingreifen eines Mitspielers wurde die Uhr angehalten und auch ich kam kurz darauf hinzu. Da ich in dem Moment verstanden hatte, dass der Borbecker nach Klaus' letztem Zug die dreifache Stellungswiederholung reklamierte, sagte ich angesichts meiner knappen Zeit nur, dass sie dies im Nebenraum an einem anderen Brett überprüfen sollten. So geschah dies auch mit jeweils weiteren Spielern beider Teams. Dort wurde dann zwar festgestellt, dass im Zug davor eine dreimalige Stellungswiederholung vorlag, diese aber vom unerfahrenen Borbecker nicht korrekt reklamiert worden war. Richtig wäre es gewesen, den Zug zur dreifachen Stellungswiederholung aufzuschreiben, die Uhr anzuhalten und den Schiedsrichter (sprich die Mannschaftsführer) zu holen, sofern der Gegner nicht selbst zustimmen würde. Nach dem Berühren der Figur mit Zugabsicht besteht kein Anspruch mehr. Hier wurde der Zug ja sogar ausgeführt und die Uhr betätigt. Jedenfalls wollten die Borbecker danach diese Partie nicht mehr weiterspielen und ggfs. wegen der Remisnachfrage an Brett fünf zwischendurch auch Protest einlegen. Nach dem oben genannten Telefonat (maximal Rüge) und dem Mannschaftssieg der Borbecker wurde schließlich die Niederlage am achten Brett vom Mannschaftsführer akzeptiert.
Für uns geht es am 7. Dezember beim Tabellenführer SV Kamen weiter, der bislang als einziges Team alle drei Mannschaftskämpfe gewinnen konnte. Vielleicht gelingt uns da ja aber auch eine Überraschung, denn mutlos werden wir diese Reise nicht antreten.
